5 Blogbücher

Fünf Buchentdeckungen zum Thema Blog, Weblog oder Logbuch – garantiert ohne Technik

Ein Blog, ein Weblog, ein Logbuch, eine Chronik, ein Tagebuch, es gibt viele Wörte für das, was ihr hier lest. Jeder kennt es – irgendwie. Eigentlich ist es inzwischen schon völlig old school.

Grund genug euch auf fünf Bücher aufmerksam zu machen, die sich mit dem Thema beschäftigen. Aber keine Angst, ich nerve euch nicht mit html, WordPress, Blogroll, DNS-Eintrag, Datenschutzregelungen oder ähnlichem (da beschäftige ich mich durch dieses Vieh hier – also das Schwerin-Logbuch – schon zur Genüge mit).

Es geht um Belletristik. Aber bevor ihr gleich weiterklickt… das Wort Belletristik ist vielleicht etwas hoch gegriffen. Es sind schlicht Bücher, die ein Blog zum Thema haben, selbst einmal ein Blog waren oder in denen ein Blog eine wichtige Rolle spielt.

Ich nerve euch also weder mit Programmiersprachen und Tipps für die beste Benutzeroberfläche, noch mit Hochliteratur – gibt es dieses Wort?

Vorhang auf

5. Tolstoi und der lila Sessel von Nina Sankovitch

Eine wahre Geschichte. Zwei Jahre nach dem Tod ihrer Schwester beschließt die vierfache Mutter jeden Tag ein Buch zu lesen. 365 Bücher in einem Jahr und dazu ein täglicher Bericht. Mit ihrem Blog landet Nina Sankovitch einen Hit und wird zum beliebtesten Weblog der New York Times.

Neben interessanten Buchneuentdeckungen spielt dabei die Auseinandersetzung mit dem Tod, dem Zurückbleiben und dem Abschied nehmen eine wichtige Rolle.

Der Roman ‚Die Farbe Lila‘ hat nichts mit Sankovitchs Tolstoi und der lila Sessel zu tun. Es ist schlicht der alte Lesesessel, den sie sich zum Lesen zurechtstellt.

Die Schweriner Bibliothek hat es im Bestand.

4. about:jati von Jan Tißler

In der Bloggerszene ist Jan Tißler ein Begriff. In Hamburg geboren, war er ein paar Jahre Wahl-Schweriner, gründete schließlich das Onlinemagazin UPLOAD und lebt inzwischen in Santa Fe, wo er sich einen Namen als Spezialist für digitales Publizieren gemacht hat.

Seine Refernz an Schwerin ist die gedruckte Version seines ersten Blogs about:jati. Es sind Alltagsanekdoten aus Schwerin. Die Artikel sind im freien Stil geschrieben, dafür herrlich unverblümt und nahe am Leben. Themen wie Fastfood, Science Fiction, Begegnungen in Zügen der Deutschen Bahn tauchen immer wieder auf.

Die Landesbibliothek MV oben in der Johannes-Stelling-Straße (nicht die Schweriner Stadtbibliothek) hat’s im Bestand.

3. Julie und Julia von Julie Powell

Eine wahre Geschichte.

Eine junge Frau aus New York beschließt jeden Tag ein Rezept aus dem Standardwerk ‚Mastering the Art of French Cooking‘ von Julia Child zuzubereiten und… darüber zu schreiben. Ihr Blog dümpelt zunächst träge vor sich hin, macht sich jedoch schließlich einen Namen, belastet dann aber auch ihre Beziehung.

Das Buch wurde mit Amy Adams und Meryl Streep erfolgreich verfilmt. Guter Einstieg in die Blogwelt. Zumindest wenn man mit Kochen etwas anfangen kann.

Die Bibliothek hat’s im Bestand – also das Buch. Allerdings ’nur‘ als E-Medium.

2. Alle meine Wünsche von Grégoire Delacourt

Einziger wirklicher Roman.

Die Geschichte von Jocelyne, die einen Kurzwarenladen betreibt, eher zufällig einen Lottoschein ausfüllt und dann nicht weiß wohin mit den gewonnenen Millionen. Der Blog ist eher Nebenhandlung.

Großes Thema ist Geld und was es mit uns und unseren Beziehungen macht, aber auch die Einfachheit und Bescheidenheit von Jocelyne beschreibt Delacourt eingehend.

Die Bibliothek hat’s.

1. Meine Jahre mit Hamburg-Heiner von Sven Regener

Wieder ein Tagebuch. Sven Regener ist der Sänger der Band ‚Element of Crime‘ und Autor der Roman-Reihe ‚Herr Lehmann‘. Er kann sich sehr gut selbst inszenieren ohne sich selbst zu inszenieren. Sozusagen das lebende Understatement.

Ähnlich wie bei Jan Tißler sind auch Regeners Aritkel schnoddrig, fast unwillig geschrieben. Dafür wartet er mit einem Alter Ego auf: Hamburg-Heiner.

Die Fantasiefigur Hamburg-Heiner schlägt quer wo sie nur kann, stachelt Regener an, verfällt aber auch in Lethargie und Belanglosigkeiten.

Zu erhalten bei Amazon oder der Buchhandlung deines Vertrauens.


Transparenzhinweis: Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass Bertha, Niklot und der See natürlich keine Fantasiefiguren sind, sondern real existieren. Ehrenwort.

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