5 Tipps für dein Nachrichtendetox

Trotz der was die Fallzahlen angeht entspannten Lage in Mecklenburg, tappen wir gerne in die Nachrichtenfalle, verbringen ganze Abende und Nächte im Newsfeed, mit Nachrichtensendungen und minütlich aktualisierten Infotickern. Deswegen hier der ultimative Guide zum Nachrichtendetox.

Echte Nachrichten sind das, was dich und deine nächste Umgebung betrifft. Das hat sich seit der Zeit der Ausrufer und trotz der Globalisierung grundlegend nicht geändert.

Zugegeben, Covid-19 betrifft die ganze Welt, aber so viele neue Nachrichten, wie uns das unser Gefühl und die Medien vorspielen wollen, gibt es selbst in Krisen nicht.

Deswegen hier der ultimative Ratgeber für dein persönliches Nachrichtendetox.

1. Beschränke deinen Nachrichtenkonsum auf ein Medium und eine Tageszeit

Nachrichten an sich sind nichts schlimmes. Das Schwierige an ihnen ist, dass wir weiterdenken, weiterphantasieren, uns mögliche Szenarien ausmalen, die wiederum neue unsachliche Ängste produzieren.

Und Angst ist kein guter Ratgeber. Sie beschränkt unsere Entscheidungsmöglichkeiten und schrumpft unsere Freiheit auf zwei Pole zusammen: ‚Kampf‘ oder ‚Flucht‘. Beide sind in der jetzigen wie in 99% aller Situation unserer westlichen Welt weder angemessen, noch ratsam.

Deswegen: Ein Nachrichtenmedium zu einer Tageszeit, möglichst nicht der Abend und nie im Bett. Die klassische Tageszeitung am Frühstückstisch, der Nachrichtenpodcast in der Mittagspause, die Tagesschau auf der Couch. Das ist genug.

2. Lösche deinen Social-Media-Account

oder verschreibe dir zumindest eine Zwangspause bis…

… du wieder arbeiten kannst.

… der Benzinpreis wieder über 1,35 EUR steigt.

Ersetze deine Accounts durch andere Kommunikationsformen wie Spazierengehen im Freien mit einem Freund, SMS, Telefonate und Briefe.

Näheres Hierzu auch in dem Aritkel ‚Bücher, um kein Nerd zu werden‘ bzw. konkret in ’10 Gründe, warum du deine Social-Media-Accounts sofort löschen musst‘.

3. Werde aktiv

‚Wir bleiben zu Hause‘ ist der Leitsatz, den die Bundesregierung aktuell ausgerufen hat. Er impliziert sofort Bilder einer ganzen Gesellschaft, die sich auf ihren urdeutschen Couchlandschaften fläzt.

Doch auch wenn in Berlin bereits die Jogger wegen ihrem erhöhten Ausatemvolumen und damit im Volksmund und -glaube als Ansteckungsgefahr und SUVs der heutigen Zeit beschimpft werden, bleibt die Devise: ‚Der zufriedene Mensch ist in Bewegung.‘

Jede Minute, die wir draußen verbringen, sind wir entsprechend weniger mit Medien verbunden, ist unser Leben verknüpft mit der Natur. Das weitet den Blick und den Horizont.

4. Nachrichtenfreie Tage

Verzichte mindestens einen Tag pro Woche (der Sonntag bietet sich natürlich an) gänzlich auf Nachrichten. Keine Zeitung, kein Radio, kein Newsfeed.

Die Nachrichtenfunktion bei Facebook, die Nachrichten für dich in deinem Feed vorsortiert, lässt sich über die Einstellungen abschalten. Sicher auch in krisenlosen Zeiten eine gute Alternative zum Standardmodus.

5. Zurück zum Papier

Tageszeitungen, Wochenmagazine, Monatsblätter erleben in dieser Zeit ein Renaissance. Nicht ohne Grund. Papier ist geduldig und es ist… unaufgeregt.

Echte Nachrichten sind nicht das, was sekündlich über Newsbander in Fernsehsendungen läuft, echte Nachrichten sind auch nicht das, was ein Newsfeed für dich bereit hält oder jemand über seine Statusmeldung bei WhatsApp teilt.

Das Papier kann insofern ein geduldiger Begleiter sein, der dir zwar Aktuelles vermittelt, dir aber nicht vorgaukelt, das wichtigste, aktuellste, weittragenste Medium dieser Zeit zu sein. Und vielleicht ist gerade das das Geheimnis, wenn man gut informiert sein möchte:

Zuversicht, Geduld, Ruhe.

[Gesamt: 9   Durchschnitt:  4.6/5]

6 Kommentare

Kommentieren

Schöne Idee. Ich war lange Zeit auch ein richtiger Newsjunkie, aber da waren die Nachrichten noch interessant und vielfältig. Schon einige Zeit vor der aktuellen Zeit hatte sich das aber schon gegeben und ich fühlte mich überfüttert.
Zur Zeit fühle ich mich gut informiert über all die Brocken, die ich nebenbei aufschnappe. Gezielt schauen oder lesen tue ich eigentlich so gut wie nichts mehr. Der Slogan dazu: Ich gucke mir erst wieder Nachrichten an, wenn ich die Pointen in den Satiresendungen nicht mehr verstehe.
Und ein wichtiger Punkt/Rat ist auch noch wichtig, wenn man sich im Internet informiert: Keine Kommentare lesen, keinen usergenerated content ansehen. Dann geht’s eigentlich. 😉

Lieber Dirk,

ja, da hast du recht.
Ganz genau genommen dürfte ich auf deinen Kommentar gar nicht reagieren, oder? Ich meine, wenn ich keine Kommentare lesen soll? 😉

Gruß, Roland

Man muss schon differenzieren können. Und – zugegeben – meine Formulierung war ein wenig pauschal. Ich könnte es jetzt mit „Kommentare unter Beiträgen der großen Newsangebote“ korrigieren, aber das wäre vermutlich auch nur ein verschlimmbessern. Ich möchte ja auch kein kleines Angebot ausschließen. Und woran misst sich schon groß oder klein?

Ich hatte und habe dich schon verstanden. 😉 Dein Tipp ist richtig und wichtig. Danke für den Kommentar. Toll, dass du über die Seite gestolpert bist.

Oh ha, das freut mich ja noch mehr.
Dann wünsche ich weiterhin frohes Lesen und natürlich gerne auch Kommentieren.

Schreibe einen Kommentar