Das wird nix

Sturm im Garten und feiner Sand für Karottensamen

Es regnet, es stürmt, es ist richtig ungemütlich. Aber… wir haben einen Kleingarten seit diesem Jahr. Ich habe so etwas von keinen blassen Schimmer vom Gärtnern. Lust drauf, ja klar. Gelesen drüber im Winter, wie das alles so gehen soll, ja Ehrensache. Aber ich bin hoffnungslos. Beete angelegt, umgegraben, Furchen, dann versucht auszusäen. Ha ha, bei dem Wetter. War der völlige Reinfall. Frustriert setze ich mich neben Bertha.

Ich: Bertha?

Bertha: Ja, mein Junge.

Ich: Das wird alles nix.

Bertha: Was wird nix, mein Junge?

Der Garten

Ich: Wir haben ’n Garten, Bertha.

Bertha: Aber das ist doch schön, mein Junge.

Ich: Aber das wird nix.

Bertha: Warum?

Ich: Der Sturm, das Wetter; die Samen sind bestimmt alle schon weggeweht oder bei dem Schmuddelregen mitten in der Erde versenkt – so tief, dass sie nie ans Tageslicht kommen.

Bertha: Ach, Jungchen.

Ich: Du hattest doch auch ’n Garten, richtig?

Bertha: Ja, in Raben Steinfeld draußen. War schön.

Ich: Und?

Bertha: Da ging auch viel schief.

Ich: Echt, bei dir? Du bist doch ’ne echte Blumenbinderin gewesen.

Bertha: Trotzem – einmal hatte ich ein ganzes Jahr nicht eine Gurke. Total der Wurm drin.

Ich: Wow! Hätt‘ ich nicht gedacht.

Wir schweigen kurz und schauen rüber zum Schloss.

Ich: Und hast du ’n Tipp für mich? Ich meine, für meinen Garten?

Bertha: Die Natur findet immer einen Weg.

Ich: Das hilft mir auch nicht weiter.

Bertha: Blühen tut auch fast alles.

Ich: Hilft mir auch nicht.

Feiner Sand

Bertha: Hast du Karotten probiert? Die gehen immer.

Ich: Ja, aber die Samen sind so klein. Ich glaub‘, die sind überall, nur nicht im Beet.

Bertha: Du vermischst sie vorher mit Sand. Dann kannst du den Sand mit den Samen aussäen, sind sie besser verteilt.

Ich verwundert: Echt?

Bertha: Ja, Jungchen, keine große Sache. Ganz feinen Sand nehmen. Der is‘ perfekt.

Ich: Danke, Bertha. Du bist dufte.

Ich meine zu sehen, wie Bertha ganz leicht errötet.

Bertha: Ach, nicht doch, mein Junge. Viel Glück. Und nur nicht aufgeben.

Ich: In Ordnung.

Bertha: Bringst du mir ’ne Karotte mit, wenn sie was werden?

Ich: Klar, Bertha.

Bertha: Das ist nett, mach’s gut, mein Junge.

Karottensamen mit feinem Sand. Manchmal ist die Welt so einfach. Und der Sturm ist auch irgendwann vorbei. Bestimmt.

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5 Kommentare

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Schöne Grüße an Bertha: Lass uns alle wegkommen von der Idee des ewiglohnenden, im Sinne von l’art pour l’art: Le jardin pour le jardin!
Selbst wenn da keine Möhren wachsen, könnt Ihr ja welche bei Aldi kaufen und dann in Euren Garten genießen!

Gruss an Bertha und Co.! Noch interessanter wäre es, die historischen Figuren etwas zu beschreiben, bevor man ins Gespräch kommt mit ihnen. Wie wäre es überhaupt, mehr Schweriner Geschichte einzubauen?

Kurzportraits: Da bin ich dabei. Werde versuchen eine Art Kurzbeschreibung von Niklot, Bertha und dem See – dann wohl auch von mir? – auf die Seite zu stellen. Danke für den Vorschlag.

Schweriner Geschichte: Ja, klar. Da kann es hingehen. Auch für den Vorschlag vielen Dank. Ich frag‘ die drei bei Gelgenheit mal, von was sie so erzählen wollen.

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