Gretchen 89ff.

Susanne Rösch erzählt im Interview von der werk3-Neuproduktion Gretchen 89ff.

Susanne ist eine freischaffende Schauspielerin, die seit ein paar Jahren hier in Schwerin lebt. Einige Schweriner kennen Sie vielleicht von ihrem Stück ‚Mondscheintarif‘, das auch im werk3 gespielt wird, oder aber sogar noch von den Produktionen ‚Prinzessin auf der Erbse‘ oder den Kinderlesungen in der kostbar.

Im Sommer wird Susanne auch wieder als Prinzessin in König Drosselbart, Charis in Amphitryon und im Hauptmann von Köpenick bei den Rosenbergfestspielen in Kronach im Fränkischen zu sehen sein, dessen künstlerischer Leiter Stefan Haufe ja auch in Schwerin lebt.

Vor der Premiere traf ich mich mit Susanne zum Interview.

Susanne, seit ein paar Wochen probst du für das Stück Gretchen 89ff. von Lutz Hübner. Die Komödie ist eine Hommage ans Theater, sozusagen ein inszenierter Blick hinter die Kulissen des Theaterprobenalltags. Was gefällt dir an dem Stück, hast du eine Lieblingsszene?

Susanne: An Gretchen 89 ff. gefällt mir, dass es einfach ganz unverblümt den Theateralltag schildert und hierbei auch keine Peinlichkeit oder Absurdität auslässt. Denn, mal ganz ehrlich, die Arbeit auf, vor und hinter der Bühne ist schon manchmal wahnsinnig. Auch wahnsinnig toll 😉

Meine Lieblingsszene ist, glaube ich, „Die Anfängerin“. Wer wissen will, warum, sollte sich das Stück ansehen.

Gibt es noch andere Gründe, warum wir uns das Stück anschauen sollten?

Susanne: Ich glaube, dass für Laien der Blick hinter die Kulissen immer interessant ist. Wie oft hat man schon die Frage „Was machen Schauspieler eigentlich tagsüber“ gehört!? Nun, in diesem Stück wird die Frage beantwortet. Es wird geprobt! Lutz Hübner, der Autor des Stücks, beschreibt auf ganz wunderbar augenzwinkernde Weise diesen Probenalltag, den nicht nur Schauspieler, sondern z.B. auch der Requisiteur, der Hospitant und der Regisseur erleben.

Mit einem Zwei-Personenstück seid ihr für Theaterverhältnisse ein kleines Produktionsteam. Was schätzt du an dieser besonderen Arbeit? Wird dir das nicht manchmal zu eng?

Susanne: Das wird mir nicht zu eng. Unsere tolle Regisseurin, Julia Kunert (König Ubu, Cabaret Größenwahn) nimmt erstens ganz wunderbar Rücksicht darauf, dass wir ein Kind haben, was irgendwann vom Kindergarten abgeholt werden muss und leider auch mal krank ist und leistet darüber hinaus exzellente Regiearbeit.

Dass ich mit meinem Spielpartner Jens Tramsen seit nunmehr neun Jahren zusammen bin, tut der Produktion auch keinen Abbruch, im Gegenteil, auf der Bühne begegnet man sich noch einmal ganz anders und wir sind da ganz professionell und haben sehr viel Spaß miteinander 🙂

Du stehst seit einigen Jahren auf der Bühne, warst an mehreren Stadttheatern engagiert. Gibt es da noch eine Rolle, die in deiner weiteren Schauspielkarriere auf jeden Fall vorbeikommen soll?

Susanne: Was mich sehr reizen würde, wäre die Frau im Stück „Der Weibsteufel“ von Karl Schönherr. Ich habe es vor einigen Jahren an der Fritz Reuter Bühne gesehen und auch eine Aufnahme vom Wiener Burgtheater und es ist eine wahnsinnig spannende, differenzierte und ambivalente Frauenrolle, die mich sehr sehr reizt.

Schwerin ist nicht deine Heimat, aber du lebst sehr gerne hier. Hier im Blog nennen wir Schwerin gerne ‚Die schönste Stadt Deutschlands‘. Stimmt das? Wenn ja, warum? Wenn nein, was fehlt dir?

Für mich ist Schwerin eine schöne Stadt, aber nicht die schönste Stadt Deutschlands. Dafür fehlt mir eine Art schräger Charme, ein Alleinstellungsmerkmal, was nicht so prunkvoll ist wie das Schloss, das Museum oder das Theater. Ich mag es gern etwas kantiger.

Aber natürlich sind die Seen und vor allem die tollen Menschen, die ich hier kennengelernt habe ein Grund, es in Schwerin durchaus auszuhalten.

Susanne, vielen Dank für das Interview und toi toi toi für die Premiere.

Die Premiere von Gretchen 89ff. findet am Freitag, den 23. März im werk3 um 20 Uhr statt. Weitere Aufführungstermine sind 24.03.
20.04. / 25.04. / 03.05. und 10.06.19.

Kartenbestellung unter bei klangwert unter 59 58 75 44

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