Maxima summt ‚Arcade‘

Wilhelm-Alexander und Maxima sind in Schwerin. Duncan Laurence gewinnt den ESC 2019.

In diesen Tagen häuft sich ein Land in unseren regionalen und internationalen Nachrichten. Die Niederlande, Le Pays-Bas, the Netherlands.

Das Königspaar

Wilhelm-Alexander und Maxima, König und Königin der Niederlande, statten heute Schwerin einen Besuch ab. Gegen 13:15, nach aktuellem Stand, zeigen sie sich bei der Orangerie am Schloss auch der Öffentlichkeit. Zum Liveblog der Ostseezeitung mit näheren Informationen geht es hier.

Und die Niederlande ist Gewinner, Sieger. Nein, nicht beim Fußball, da gibt es zwischen Deutschland und den Orangen ja immer wieder tragische Finalgeschichten bei Europa- und Weltmeisterschaften. Nein, nein, beim Grand Prix, beim Eurovision Songcontest hat Duncan Laurence die begehrte Siegertrophäe für sein Heimatland nach Hause geholt.

Der Grand Prix

Seine Mentorin Ilse de Lange, die selbst schon 2014 am ESC teilnahm und mit dem Sänger Waylon damals als ‚The Common Linnets‘ den zweiten Platz erreichte, steht bei der Preisverleihung freudestrahlend nun neben Laurence auf der großen Bühne in Tel Aviv.

Zuletzt konnte die Niederlande 1975 mit Ding ‚Ding-A-Dong‘ einen Sieg nach Hause holen. Nach über 40 Jahren Unterbrechung heißt es 2020 also wieder ‚Welkom in Amsterdam!‘.

Meine Favoriten

Meine Favoriten waren

  1. Spanien – von den Jurys völlig abgekanzelt und landet auf dem unrühmlichen 22. Platz
  2. Irland – hat es nicht einmal ins Finale geschafft, war im Liveauftritt aber auch kein starkes Lied
  3. Österreich – ebenso nicht im Finale, auch hier kein herausragender Liveauftritt
  4. Malta – landet auf dem 16. Platz, fiel aber beim Publikum völlig durch
  5. Israel – 23. Platz, weder von Jurys noch vom Publikum viele Punkte
  6. Schweiz – holt sich den 4. Platz, von der Jury jedoch leicht abgestraft
  7. Dänemark – ein ehrlicher 12. Platz für ein ehrliches Lied
  8. Moldau – schafft es nicht ins Finale. Wie gesagt, wahrscheinlich zu viel Lippgloss
  9. Griechenland – 21. Platz und eine denkwürdige Performance im klassischen Medusentempel
  10. Nordmazedonien – Neben Schweden die Gewinnerin der Jurybewertungen, vom Publikum nur mittelmäßig bewertet

Erwähnenswertes

Denkwürdig scheint vielen, dass Deutschland 24., damit den drittletzten Platz nach Hause holt. Gerne hört man dann Aussprüche wie ‚Das geht doch nicht mit rechten Dingen zu‘ oder ‚Das war doch ein tolles Lied.‘ Ja, vielleicht war es ein tolles Lied, und ja, die Sisters haben einen sauberen Auftritt hingelegt.

Aber: Sauber hat beim Grand Prix noch nie gereicht. Selbst ein tolles Lied, schlecht gesungen, intonatorisch nicht sauber, hat keine Chance. Um bei Publikum und Jurys weit Vorne zu landen braucht es viel mehr.

In Worten ist das schwierig auszudrücken. Bei nächster Gelegenheit mache ich mir gerne mal die Mühe für euch – vielleicht also beim ESC 2020. Aber in Video und Musik ist es 2016 den Schweden sehr gut und kurzweilig gelungen. Hier der Link zum eindrücklichen, herrlich glorreichen, unvergessenem Song ‚Love, Love, Peace‘ der Schweden. Zur Information: Dies war kein echter Wettbewerbsbeitrag, sondern ein Teil der Zwischenshow während der Publikumsabstimmung.

Spekulatives

Für Spekulationen prädestiniert erscheint mir die Tatsache, dass vier bereits für’s Finale gesetzte Länder (Spanien, Deutschland, Großbritannien als drei von den Big Five und Israel als Gastgeberland) ganz hinten beim Voting landen, und zwar sowohl von Jury als auch vom Publikum.

Sollten sich die großen Fünf also vielleicht ihre selbst genehmigte Finalplatzierung noch einmal durch den Kopf gehen lassen und den ‚ehrlichen‘ Wettbewerb der Halbfinale nicht scheuen? Oder ist das nur Humbug und Frankreichs ‚Roi‘ auf dem 14. Platz zeigt, dass auch ein sehr schwieriges Lied mit ähnlich popular gesehen schwieriger Performance Punkte holen kann?

Wo Zahlen sind, da gibt es Zahlenspiele, das macht den ESC so spannend und ist sicher mit ein Grund, warum die Musikshow die größte der Welt geworden ist.

Das bleibt hängen

Für mich bleiben viele Lieder im Kopf hängen und diese Künstler, deren Stimmen und Ausstrahlung und Songs mich auf ihre anderen Ergüsse neugierig gemacht haben:

  1. Duncan Laurence – Niederlande – wie gesagt, war nicht mein Favorit, aber habe mich hineingehört
  2. Sarah McTernan – Irland – mag die Stimme, bin gespannt, was sie weiter treibt
  3. Paenda – Österreich – Elektropop, sonst nicht so meins, aber ich frag‘ sie mal für ein Interview an
  4. Tamara Todevska – Nordmazedonien – Eine tolle Sängerin, tolle Stimme

Ausklang

Und während Wilhelm-Alexander und Maxima also im Schweriner Schloss weilen und mit der Ministerpräsidentin essen, habe ich die Phantasie im Kopf, dass Maxima heimlich auf ihr Smartphone schaut, den Siegertitel ‚Arcade‘ summt und sich ein bisschen Duncan Laurence als ihren zukünftigen Schwiegersohn für ihre leider noch zu junge Tochter Amalia wünscht.

Leuk!

[Gesamt:1    Durchschnitt: 5/5]

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